Schmuck aus Uranglas
Wer sind Anna und Eleonore? 2021/2022.

Was zu Tag so unscheinbar wie ein schönes Schmuckstück aussieht, entpuppt sich bei Dunkelheit unter Schwarzlicht als pure Magie. Uranglas (ja, richtig gelesen, Uran) ist eines der faszinierendsten Gläser, die es wohl gibt!

Die Besonderheit des Glases wird unter Schwarzlicht sichtbar: Die Uran-VI-Oxid-Verbindungen beginnen dann grün zu fluoreszieren, also zu leuchten.

Mit seiner geringen Radioaktivität stellt es für uns glücklicherweise keine Gefahr dar, die Werte übersteigen nicht die uns tagtäglich umgebende Strahlung. (Nur trinken oder essen sollte man daraus nicht, da die in den Nahrungsmitteln enthaltenen Säuren das Uran aus dem Glas lösen könnten.)

Radioaktivität macht uns vor allem eines klar: Es gibt Dinge, die sich unserer Wahrnehmung entziehen. Innerhalb dieses wunderbaren Raum-Zeit-Gefüges, in dem wir uns befinden, sind Dimensionen eingewebt, von denen wir vieles, wenn nicht sogar das meiste, gar nicht mitbekommen. Wir können mittlerweile zwar Radioaktivität messen, aber wer weiß, welche Wunder uns wohl noch alle umgeben mögen?

Der erste Produzent von Uranglas in den 1830er Jahren war der böhmische Glashüttenbesitzer Josef Riedel. Je nach Menge der Zugabe von Uranoxid und der Beimengung von anderen chemischen Elementen fällt der Farbton eher Anna-Gelb oder Eleonoren-Grün aus, wobei diese poetisch klingenden Farben nach den Töchtern Anna und Eleonore Riedel benannt wurden.

Die Fotos sind übrigens allesamt farblich nicht bearbeitet, lediglich zugeschnitten. Wobei das Leuchten in echt noch sooo viel eindrucksvoller aussieht, als meine Kameras das für euch einfangen können. Wer das Leuchten in echt sehen möchte, kann am Samstagabend, den 02. April, bei mir im Atelier vorbei kommen.

Vielen Dank an Silja, die mir ihre UV-Lampe dafür ausgeliehen hat.